Unterrichtsliteratur

Baker, David: Music Workshop Strings, Violin and Viola, Chicago, Maher Publications, 1976

David Baker, der neben anderen Instrumenten auch Violoncello spielt, gilt als einer der führenden Jazzlehrer in den USA.
Sein Buch enthält allgemeine Empfehlungen, wie man Jazz lernen kann, einige streicherspezifische Tips, die die Bogentechnik, Artikulation und Klangeffekte betreffen. Er erwähnt kurz einige Geiger und teilt sie in Stilepochen ein.
Der größte Teil des Buches ist allgemein theoretisch ( Skalen, Akkorde, Patterns) mit Hinweisen auf mögliche Fingersätze. Außerdem fügt er noch einige Eigenkompositionen und transkribierte Soli bei.

Fleming, Anthony Le: Jazz Violin, Essex, International Music Produktions, 1986

In diesem Buch sind lediglich ein paar Jazzthemen enthalten, die zum Teil etwas verziert werden. Was vielleicht interessant ist, sind die angegebenen Artikulationen wie Bogenstriche und Glissandi. Ich denke nicht, dass das Buch eine Hilfe sein kann, um auf der Geige improvisieren zu lernen.

Glaser, Matt und Grappelli, Stéphane: Jazz Violin, New York, OAK Publications, 1981

Dieses Buch enthält Interviews mit Yehudi Menuhin, Stéphane Grappelli und Jean-Luc Ponty, außerdem historische Daten über Venuti, South, Smith, Asmussen, Grappelli und Ponty. Die Geiger werden anhand von Soli über dieselben Akkordschemen miteinander verglichen. Der größte Teil des Buches ist jedoch Stéphane Grappelli gewidmet: spezielle Kapitel über Bogentechnik, Technik der linken Hand, Harmoniegebrauch und spezielle melodische Patterns, die er häufig gebraucht, außerdem viele Soli aus verschiedenen Epochen über gleiche Standards. Bei allen Transkriptionen sind präzise Angaben, von welcher Platte die Soli stammen, beigefügt. Am Ende enthält das Buch noch eine kleine Discographie über die in diesem Buch aufgeführten Geiger.


Lowinger, Gene: Jazz Violin, Roots and Branches, New York, Schirmer, 1981

In der Einleitung gibt Gene Lowinger sehr gute Erläuterungen, was bei den verschiedenen Parametern der Musik ( Melodie, Harmonie, Rhythmus etc.) für den Jazz typisch ist.
Er erläutert Akkorde und Skalen und deren Gebrauch in verschiedenen Jazzstilen, (Swing, Bebop und Mainstream) und gibt einige Tips zum Gebrauch des Bogens und der Verwendung von Glissandi. Weiterhin geht er davon aus, dass man am besten Jazz lernen kann, indem man versucht, verschiedene Musiker zu analysieren und zu imitieren. Er selbst bespricht die Geiger Grappelli, South, Smith, Creach, Harris, Ponty und Urbaniak, ordnet sie nach Jazz-Stilen und analysiert von jedem der Jazzgeiger mehrere Soli, welche er mit Bogenstrichen und Artikulationszeichen versehen hat, sehr ausführlich. Außerdem liefert er am Ende des Buches eine Discographie, die genau angibt, auf welchen Schallplatten die transkribierten Soli zu finden sind.


Numes, Warren u. Smithwick, C.L.: Solo Jazz Violin, New York, Shattinger, 1978

Dieses Buch enthält einige melodische Übungen zu Skalen, die im Jazz viel gebraucht werden, wie diatonische Skalen, Blues Skalen, harmonische und melodische Moll Skalen, sowie verminderte und übermäßige Skalen. Den Melodielinien sind die Akkorde beigefügt, über die sie gebraucht werden können. Ich glaube nicht, dass das Buch wirklich helfen kann, improvisieren zu lernen. Es ist wahrscheinlich lehrreicher, sich seine eigenen melodischen Übungen von Platten herauszuschreiben, weil man dann auch direkt hört in welchem Kontext sie gebraucht werden, zu welchem Stil sie gehören und wie sie zu phrasieren sind.


Zacharias, Helmut: Die Jazzvioline, eine praktische Anleitung, Mainz, Schott, 1951 Neuausgabe 1979

Zacharias sagt selbst im Vorwort, dass das Buch nur eine kurze Anleitung für diejenigen sein soll, die sich mit Jazz beschäftigen wollen.
Er gibt also ein paar grundsätzliche Hinweise: er erläutert (kurz) die Swingauffassung, die für das Spielen von Jazz so wichtig ist, gibt Tips für den Gebrauch des Bogens und erklärt klangliche Effekte, wie Vibrato und Glissando. Bei der Erklärung zu den im Jazz üblichen Akkorden beschränkt er sich zum größten Teil auf Vierklänge. Im Hinblick auf die Zeit, in der sie entstanden ist, stellt sie eine interessante Anregung dar.

Gräßer, Hanno: Jazz Violin, Sound, Improvisation, Solospiel, Phrasierung, Technik, Voggenreiter Verlag, 1991

Eine sehr interessante Jazzgeigenschule neueren Datums ist die von Hanno Gräßer. Sie ist gut geeignet für professionelle und halbprofessionelle Geiger. Nicht konzipiert für den Anfangsunterricht, Gräßer setzt gute Kenntnisse in der Violintechnik voraus.
Übungen: zum How-down, Shuffle, off-beat, ternäre Phrasierung, Slide (Glissando)-Technik, Vibrato, Akkorden und Skalen.
Sowie Transkriptionen von: Grappelli, Venuti, South, Smith, Seifert, Ponty und Lockwood.
Am Ende des Buches findet man ein paar nützliche Tips im Umgang mit elektrischer Verstärkung: Tonabnehmern, Effekten, und Mikrofonen.

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